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Über EX-IN

EX-IN Flyer als Download: hier
Die Kurzfassung des EX-IN Curriculums als Download: hier

ZIELE

In der EX-IN Ausbildung werden Psychiatrie-Erfahrene zu GenesungsbegleiterInnen qualifiziert, sie finden zunehmend in psychiatrischen Diensten Beschäftigungsmöglichkeiten. EX-IN AbsolventInnen sind ebenso gefragt als DozentInnen, dabei hat sich ein Arbeiten im Tandem mit einer/m professionell Tätigen sehr bewährt.

Um dieses zu erreichen, wurde ein spezifisches Curriculum, Lehrmaterial und Lehr- und Lernstrategien und -methoden entwickelt. Den Rahmen der EX-IN Ausbildung bildet die Arbeit in 12 dreitägigen Modulen, zusätzlich stellen 2 Praktika und die Arbeit in z.T. begleiteten, z.T. selbstorganisierten Gruppen wichtig Lern- und Erfahrungsorte da. Zusätzlich ist Supervision Teil des Ausbildungsangebots.
Die Erfahrungen und die Erkenntnisse von Psychiatrie-Erfahrenen werden in den Mittelpunkt gestellt.

Die Beteiligung von qualifizierten ExpertInnen durch Erfahrung in der psychiatrischen Versorgung trägt dazu bei, das Wissen über psychische Gesundheit zu verbessern, die Ausbildung und die Kenntnisse psychiatrischer Fachkräfte zu fundieren und schließlich die Angebote psychiatrischer Dienste zu effektivieren, um auf die Bedarfe ihrer NutzerInnen einzugehen und zu ihrer Genesung beizutragen.
Die soziale und ökonomische Situation von Psychiatrie-Erfahrenen soll durch die Qualifizierung verbessert werden, sie soll zur Entwicklung neuer Beschäftigungsmöglichkeiten und zu einer angemessenen Entlohnung beitragen.  

HINTERGRUND

Die Erforschung und Behandlung psychischer Störungen hat eine lange Tradition, in der die psychiatrisierten Menschen als Objekt der Wissenschaft betrachtet werden. Den Erfahrungen der Betroffenen wird kaum eine Bedeutung beigemessen. Ihre Wahrnehmungen und Äußerungen dienen lediglich zur Beschreibung von Symptomen und werden auf Grund der angenommenen Beeinträchtigung des rationalen Denkens nicht als Beitrag für ein besseres Verständnis psychiatrischer Phänomene oder einer besseren Behandlung genutzt.

Dies hat zu einer eindimensionalen Sicht auf psychische Störungen und professioneller Dominanz anstatt zu Austausch und Selbstbestimmung der Psychiatrie-Erfahrenen geführt.

Die tradierten Behandlungs- und Erklärungsmodelle sind allein aufgrund der Tatsache, dass sie von den Betroffenen als wenig hilfreich oder gar schädigend empfunden werden, nicht länger aufrecht zu erhalten. Mittlerweile haben viele Untersuchungen nachgewiesen, dass die Beteiligung Psychiatrie-Erfahrener in Forschung, Ausbildung und in psychiatrischen Diensten einen großen Einfluss auf die Verbesserung der erbrachten Leistungen hat.
Eine wachsende Zahl von psychiatrischen Diensten, Ausbildungseinrichtungen, Universitäten beteiligt Psychiatrieerfahrene.
Mit der EX-IN Ausbildung erhalten diese Personen eine fachspezifische, strukturierter Ausbildung und damit einen anerkannten Status. Zunehmend wird dies gewürdigt und auf eine gerechtere Entlohnung hingewirkt.  

PARTNERSCHAFTEN IM ENTSTEHUNGSPROZESS

Die EX-IN Bewegung und das EX-IN Curriculum sind entstanden in der Zusammenarbeit internationaler Partner in einem EU-Projekt. Daran teilgenommen haben Institutionen aus verschiedenen Ländern, die sich durch besondere Ansätze der Beteiligung Psychiatrie-Erfahrener auszeichneten.

Die Partner waren:
CHANGE, Birmingham
F.O.K.U.S. / Initiative zur sozialen Rehabilitation e.V., Bremen
Instituut voor Gebruikersparticipatie en Beleid, Amsterdam
Initiative zur sozialen Rehabilitation, Bremen
Oslo University College
Stockholms Läns Sjukvårdsområde
Universitätsklinik Eppendorf, Hamburg
University of Central England in Birmingham
University of Ljubljana
University of Maastricht  

ERGEBNISSE

1. Im Rahmen des Pilotprojektes wurden unterschiedliche Erfahrungen und Konzepte der Beteiligung von Experten durch Erfahrung in Europa zusammengestellt.
2. Vorhandene Studien über die Auswirkungen der Beteiligung von Psychiatrie-Erfahrenen wurden verglichen, sowie neue Untersuchungen durchgeführt.
3. Die Qualifikationssysteme und die Anerkennungsmöglichkeiten der angestrebten Ausbildung in den verschiedenen beteiligten Ländern wurden verglichen.
4. Die Ausbildungsbedarfe von Psychiatrie-Erfahrenen bezogen auf die angestrebte Qualifizierung wurden beschrieben.
5. Geeignete, innovative Ausbildungsmethoden wurden beschrieben und entwickelt.
6. Kernmodule wurden entwickelt, insbesondere solche, die geeignet sind das Erfahrungswissen von Psychiatrie-Erfahrenen in Ausbildungs- und Versorgungsprozesse einfließen zu lassen.
7. Ein Curriculum wurde entwickelt, das Psychiatrie-Erfahrenen mit unterschiedlichen Hintergründen eine sinnvolle Fähigkeiten und Wissen bietet, um in den genannten Feldern tätig zu werden.
Jedes beteiligte Land garantiert die praktische Umsetzung (von Teilen) der Projektergebnisse.  

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